18. Juli 2026 | 23 ehrenamtliche Einsatzkräfte des DRK Regionalverbandes Magdeburg–Jerichower Land e. V. trainierten bei der Vollübung der Medizinischen Task Force MTF20 gemeinsam mit rund 130 Einsatzkräften den Ernstfall. Im Mittelpunkt standen der Aufbau einer mobilen medizinischen Versorgungsstruktur sowie das organisationsübergreifende Zusammenspiel für außergewöhnliche Schadenslagen.
Ausgangspunkt des Übungsszenarios „Müder Oktopus“ war eine extreme Hitzewelle, durch die Krankenhäuser bereits an ihre Belastungsgrenzen gelangt waren. Zusätzlich führte ein angenommener Anschlag auf das Stromnetz zu einem großflächigen Ausfall der Infrastruktur. Die alarmierte MTF20 (Medizinische Task Force des Bundes, kurz: MTF) übernahm daraufhin die Aufgabe, eine mobile medizinische Versorgungsstruktur aufzubauen und die Behandlung einer Vielzahl verletzter und erkrankter Menschen sicherzustellen.
Die MTF20 vereint Einsatzkräfte aus dem Altmarkkreis Salzwedel, dem Landkreis Stendal, dem Jerichower Land und der Landeshauptstadt Magdeburg. Insgesamt trainierten rund 130 ehrenamtliche Einsatzkräfte mit 24 Fahrzeugen den Aufbau und Betrieb einer mobilen Behandlungsstelle mit zehn Großzelten. Diese ist für die Versorgung von etwa 70 bis 140 Patienten ausgelegt.
Der DRK Regionalverband Magdeburg–Jerichower Land e. V. war mit 23 Einsatzkräften vertreten. Davon kamen 17 Einsatzkräfte aus dem Jerichower Land sowie sechs Einsatzkräfte aus Magdeburg.
In die Übung brachte der Regionalverband mehrere Einsatzfahrzeuge ein, darunter zwei Gerätewagen Betreuung, einen Gerätewagen Sanität, einen Krankentransportwagen Typ B sowie einen Mannschaftstransportwagen der Patiententransportorganisation.
Die Einsatzkräfte wirkten in verschiedenen Bereichen der MTF20 mit. Sie unterstützten die Führungsgruppe, die Behandlungsbereitschaft sowie die Patiententransportgruppe und leisteten damit ihren Beitrag zum koordinierten Ablauf der Großübung. Die Führung und Koordination der beteiligten Kräfte erfolgte durch die Führungsgruppe der MTF20.

Die größte Herausforderung war das Zusammenspiel der rund 130 Einsatzkräfte innerhalb der MTF20 – aber genau dafür sind solche Übungen wichtig. Gleichzeitig haben wir erkannt, dass neben der Gesamtübung auch kleinere Teileinheiten regelmäßig gemeinsam trainieren müssen, damit die Abläufe für alle Beteiligten jederzeit sicher beherrscht werden.
— Marco Krüper, Ansprechpartner MTF20 für das Jerichower Land und Ehrenamtskoordinator des DRK Regionalverbandes

Auch für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte selbst stand der Erfahrungsgewinn im Mittelpunkt. Mandy Weidner beschreibt insbesondere die organisationsübergreifende Zusammenarbeit als wertvolle Erfahrung. Übungen dieser Größenordnung bieten die Möglichkeit, Abläufe unter realitätsnahen Bedingungen zu trainieren, das eigene Wissen praktisch anzuwenden und das Zusammenspiel der beteiligten Einheiten weiter zu festigen.
Die Vollübung machte deutlich, wie wichtig regelmäßige gemeinsame Trainings für einen leistungsfähigen Bevölkerungs- und Zivilschutz sind. Gerade bei einer großen Zahl beteiligter Kräfte müssen Zuständigkeiten, Kommunikationswege und Arbeitsabläufe für alle Beteiligten eindeutig und jederzeit abrufbar sein. Nur so kann in außergewöhnlichen Schadenslagen schnell, sicher und koordiniert geholfen werden.
Die Medizinische Task Force des Bundes (MTF) ist eine standardisierte, sanitätsdienstliche, arztbesetzte Taktische Einheit mit Spezialfähigkeiten zum Einsatz im Spannungs- und Verteidigungsfall (Zivilschutz) sowie in der Bundeslandübergreifenden Katastrophenhilfe des Bundes konzipiert.
Die Konzeptentwicklung und Bereitstellung der Ausstattung werden durch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in Bonn geleistet.
Die MTF ist zur Unterstützung bzw. Ergänzung und Ablösung der Einheiten des Landeskatastrophenschutzes sowie des Sanitätsdienstes in der Versorgungsstufe 4 (Spannungs- und Verteidigungsfall) im Bereich der präklinischen Versorgung bei einem Massenanfall von Verletzten (MANV) - insbesondere in dynamischen Flächenlagen bei zu erwartender zerstörter Infrastruktur - vorgesehen.
Die Schwerpunkte im Spannungs- und Verteidigungsfall und der Bundeslandübergreifenden Katastrophenhilfe beinhalten:
Quelle:
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe