Regionalverband
Magdeburg-Jerichower Land e.V.


 

Es war ein Novum, nicht nur für die Wasserwacht des Regionalverbandes Magdeburg-Jerichower Land. Die erste Übung auf Landesebene zum Projekt „spezialisierte Hochwasserrettung“, das nach den Hochwassern 2002 und 2013 gemeinsam vom Land Sachsen-Anhalt und dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) aufgelegt wurde. Mit dem Projekt verbunden war auch die Anschaffung von sechs Materialanhängern speziell für die Hochwasserrettung, im Wert von je 60.000 Euro. Für dieses Geld bekamen die fünf Regional-, Kreis- und Ortsverbände des DRK im Land jeweils 2,5 Tonnen an Einsatzmittel, die von Seilen über Schwimmwesten, bis hin zu Zelten und mobilen Toiletten reichen. Eines der vielen Dinge, die die Rettungs- und Fließwasserretter im Einsatzfall zum Retten von Leben verwenden können, ist die Schleifkorbtrage, für deren Nutzung und Einsatz nun eigens eine Übung angesetzt wurde. 40 ehrenamtliche Wasserretter kamen dafür an der Schleuse Niegripp zusammen. Mit dabei auch zehn Helfer des Røde Korps aus Norwegen, zu denen die Wasserwacht Jerichower Land seit vielen Jahren ein freundschaftliches Verhältnis pflegt.

Sie und die Kräfte aus den Wasserwachen Regionalverband Magdeburg-Jerichower Land, Köthen, Wittenberg, Halle, Naunburg/Nebra und Schönebeck hatten dank des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) Magdeburg die Gelegenheit eines der neuen Rettungsmittel zu testen und gleichzeitig damit zu üben. Eigens für den ersten Teil des Übungswochenendes wurde durch das WSA die Schleuse Niegripp gesperrt und ein Teil des Wassers im Schleusenbecken abgelassen. So konnte das Retten aus einem schwer zugänglichen Gewässer dank neuer Schleifkorbtrage und unzähliger Seile, Karabiner und Rollen geübt werden. „Normalerweise ist Höhen- und Tiefenrettung nicht unser Aufgabengebiet, dafür gibt es spezielle Einsatzgruppen innerhalb der Feuerwehren. Bei Rettung und Bergung aus schwer zugänglichen Gewässern können wir aber hinzugerufen werden“, erklärte der Vorsitzende der Wasserwacht Jerichower Land, Andreas Thiele, kurz vor der Übung. Genau eine solche Bergung einer Person, die in das Schleusenbecken gefallen war, wurde kurz darauf mit der Trillerpfeife begonnen. Gut zehn Meter hatte die Wasserretter dabei zunächst zu überwinden, um erste Hilfs- und Rettungsmaßnahmen an dem Verunglückten durchführen zu können. Während die Wasserretter unten im Schleusenbecken die verunglückte Person sicherten, machten sich oben andere Mitglieder der verschiedenen Wasserwachten daran ein Fährsystem aufzubauen. Viele Karabiner, Rollen und Seile waren notwendig, bis die Schleifkorbtrage dann, wie an einem Kranarm über dem Schleusenbecken hing und schließlich hinuntergelassen werden konnte. Die Abläufe der einzelnen Arbeitsschritte gingen dabei nicht immer flüssig, dafür aber Fehlerfrei von der Hand. „Eine Übung, bei der alle glatt läuft, braucht niemand“, meinte dazu einer der Ausbilder. Das dass hier am Vormittag geübte die Wasserretter noch einmal in der Nacht fordern würde, daran dachte zu diesem Zeitpunkt niemand. Immerhin waren zur ersten Übung des Wochenendes auch der DRK-Regionalverbandsvorstand Andy Martius und der DRK-Landesvizepräsident Andreas Lehning gekommen. Beide verschafften sich einen Überblick über die Nutzbarkeit der neuen Materialanhänger zur Hochwasserrettung und über den Stand der Ausbildung der einzelnen Regional-, Kreis- und Ortsverbände.

Nach der Übung in der Schleuse Niegripp war für die Wasserretter in ihren Neopren- und Trockenanzügen aber nicht Schluss. Die Ausbildung ging an der Elbe, in der Nähe der alten Schleuse Niegripp weiter. Hier hatten die Landesausbilder verschiedene Stationen vorbereitet, bei denen es nicht allein nur um das Element Wasser ging. Dank verschiedener Mimen, konnten auch die Opferbetreuung und Versorgung geübt und somit die sanitätstechnische Ausbildung angewandt werden. An anderen Übungsstationen wurde noch einmal eine Seilfähre aufgebaut, das manövrieren mit Booten und das Waten in der Strömung geübt. All diese Übungen sollten in der Nacht entscheidend sein, denn dort wurden die unterschiedlichen Übungen zu einem geplanten Einsatzszenario verknüpft. „Das Szenario hieß wie folgt: Ein Boot ist auf er Elbe gekentert, drei Person wurde vermisste.“, informierte Andreas Thiele am Sonntagmorgen. Für die Wasserretter wurde es also ernst. Sowohl der Funkverkehr, als auch die einzelnen Einsatzmaßnahmen mussten nun beherrscht werden. „Mein Fazit nach dieser Nacht: Die Übungen im Stationsbetrieb haben sich gelohnt. Der Einsatz war sehr schnell, in der Hälfte der geplanten Zeit, abgearbeitet.“

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