Regionalverband
Magdeburg-Jerichower Land e.V.


 

Bereits im Frühjahr hatten die Notfallsanitäter der DRK-Rettungsdienst Magdeburg-Jerichower Land gGmbH unter Führung der Landesrettungsschule Sachsen-Anhalt an einem Pilotprojekt teilgenommen, dessen Fortführung im April beschlossen wurde. Durch Prüfungen sollen die Notfallsanitäter regelmäßig rezertifiziert werden. Ein halbes Jahr später ging das Pilotprojekt in die zweite Runde. Die Themen, mit denen sich die Notfallsanitäter diesmal intensiv beschäftigten, galten den Maßnahmen zur Beatmung, zur Aufrechterhaltung der Sauerstoffversorgung und der Herz-Lungen-Wiederbelebung.

Jerichower Land | Wenn der Körper durch Atmung nicht genügend Sauerstoff aufnehmen kann, dann ist dies lebensgefährlich. Auf lange Sicht wirkt sich ein Sauerstoffmangel auf Herz und Lunge aus. Wasser kann sich in den Lungen einlagern und das Herz irreparable Schäden erleiden. Medikamente sind hier meist Mittel der ersten Wahl. Bei einer direkten Unterbrechung der Sauerstoffzufuhr ist jedoch sofortiges Handeln erforderlich. Maximal drei Minuten kann das Gehirn seine Funktionen ohne Sauerstoffzufuhr aufrechterhalten, danach drohen Hirnschädigungen und der Tod. Um genau das zu verhindern, riefen die Notfallsanitäter in der zweiten Phase des Pilotprojektes im Stationsbetrieb verschiedene erlernte Maßnahmen zur Sicherung der Sauerstoffzufuhr ab. Dabei spielte die nicht invasive Beatmung, also die Sauerstoffgabe über eine Maske ebenso eine Rolle wie die Entfernung von Fremdkörpern aus der Luftröhre und die Atemwegssicherung durch verschiedene Masken und andere Maßnahmen.

„Eine nicht invasive Beatmung ist beispielsweise dann angezeigt, wenn bei einem Patienten Wasser in den Lungen diagnostiziert wurden. Durch den so geschaffenen Überdruck in der Lunge wird das Wasser aus den Lungen zurück ins Blut gedrückt. So erhält der Patient nicht nur genügend Sauerstoff zur Aufrechterhaltung der Körperfunktionen, sondern auch eine auf Zeit hergestellte Erweiterung des Lungenvolumens bis zur Übernahmen durch ärztliches Personal im Krankenhaus“, so Andreas Krebs, der als stellvertretender Schulleiter der Landesrettungsschule das Pilotprojekt leitet und die Prüfungen abnahm. Die Sauerstoffmaske ist dabei eine einfache Art, Leben zu verlängern und zu retten. Was aber, wenn sich bei einem Patienten ein Fremdkörper vor die Luftröhre gelegt hat? Dann heißt es richtig und vor allem schnell zu handeln. Vor allem Kinder sind herfür anfällig, hieß es aus dem Teilnehmerkreis mit dem Hinweis, dass Bonbons gern mal verschluckt werden und dann stecken bleiben. „Mit einer sogenannten Magill-Zange können wir eine sofortige Freistellung der Atemwege erreichen“, erklärt Krebs. Hilft die Magill-Zange nicht und bleibt der Zugang der Luftröhre verschlossen, kann nur der Luftröhrenschnitt die Aufrechterhaltung einer regelmäßigen und selbstständigen Atmung gewährleisten. In der Notfallmedizin wird dieser Luftröhrenschnitt als Setzen einer Trachealkanüle bezeichnet. „Glücklicherweise kommt dies im Einsatzgeschehen äußerst selten vor. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass die Möglichkeit, diesen Eingriff zu üben, für uns wichtig ist“, so ein Prüfungsteilnehmer. An den weiteren Stationen galt es Atemwegszugänge über den Mund-Rachen-Raum sicherzustellen und das Verschlucken der Zunge zu verhindern.

Verhindert werden sollte im zweiten Teil der Prüfung das Ableben von Patienten nach einem Herzstillstand. Deshalb wurden zunächst die Anwendung von Defibrillatoren zur Impulsgabe für einen regelmäßigen Sinusrhythmus geübt. Kardioversion nennen dies die Notfallsanitäter. Wie weit die Notfallmedizin bereits entwickelt ist, zeigten die Notfallsanitäter beim Anlegen von externen Herzschrittmacheranlagen, die den regelmäßigen Sinusrhythmus gewährleisten können. „Das Schönste ist aber, wenn wir einen Patienten nach einem Herzstillstand wieder erfolgreich reanimieren können“, hieß es. Wenn das Herz wieder regelmäßig schlägt, ist die Arbeit für die Notfallsanitäter noch lange nicht getan. „Nach jeder erfolgreichen Reanimation muss eine Erstuntersuchung des Patienten erfolgen“, so Krebs. Die entsprechende Checkliste hierzu arbeiteten alle Notfallsanitäter routiniert und sicher ab.

Den zweiten Teil des Pilotprojektes bewertete der Prokurist der DRK-Rettungsdienst Magdeburg-Jerichower Land gGmbH, Jörg Stumpf als erfolgreich. „Alle teilnehmenden DRK-eigenen Notfallsanitäter konnten sich erfolgreich rezertifizieren und ihre Kenntnisse in der Notfallmedizin entsprechend durch ihre Prüfergebnisse darlegen“, so Stumpf.

    

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