Regionalverband
Magdeburg-Jerichower Land e.V.


 

DRK: Immer mehr Angriffe auf Gesundheitspersonal

Berlin, 17. August 2020 047/20

Gesundheitspersonal, das im Rahmen der Corona-Pandemie im Einsatz
ist, wurde in den vergangenen Monaten in verschiedenen Ländern
vermehrt Opfer von verbaler und körperlicher Gewalt. Zum Welttag der
Humanitären Hilfe am 19. August 2020 mahnt das Deutsche Rote Kreuz
(DRK), humanitäre Helferinnen und Helfer nicht aufgrund ihrer Arbeit zu
stigmatisieren und Angriffe auf sie zu stoppen. „Diese Menschen
riskieren ihre eigene Gesundheit für uns alle, indem sie Covid-19-
Patienten behandeln und eine Weiterverbreitung des Virus verhindern.
Sie dürfen nicht dafür bestraft werden, dass sie sich in solch einer
herausfordernden Situation mit ganzer Kraft für andere Menschen
einsetzen“, sagt DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat, zusammen mit
anderen Hilfsorganisationen, zwischen dem 1. Februar und dem 3. August
2020 611 Vorfälle in mehr als 40 Ländern Afrikas, Asiens, Amerikas und des
Mittleren Ostens dokumentiert, die in direktem Zusammenhang mit Covid-19
standen. Die Dunkelziffer dürfte allerdings weitaus höher sein. Rund zwei
Drittel der Fälle richtete sich gegen Gesundheitspersonal und 22 Prozent
gegen Patienten, die wegen Covid-19 in Behandlung waren. „Ärzte und
Krankenpfleger wurden mit Bleichmittel übergossen, mit Steinen und
Metallstangen geschlagen, sogar ein tödlicher Angriff auf einen
Rettungswagen im Covid-19-Einsatz ist bekannt. Teilweise wurden Helfer, die
in Gemeinden über Maßnahmen zur Vermeidung einer Ansteckung mit dem
Coronavirus informieren wollten, verdächtigt, das Virus selbst zu verbreiten,
und deswegen bedroht, ausgegrenzt und vertrieben“, sagt Hasselfeldt weiter.

Gründe für die Stigmatisierung und Angriffe sind neben der Angst vor einer
Ansteckung auch Wut und Trauer über den Tod von an Covid-19 erkrankten
Familienmitgliedern, für den immer wieder Gesundheitspersonal verantwortlich
gemacht wird. Auch Stress aufgrund von Ausgangsbeschränkungen und
daraus resultierender wirtschaftlicher Probleme sowie Unwissen und falsche
Informationen über Covid-19 spielen eine Rolle. „Deswegen ist es wichtig,
dass in allen Ländern seriös über das Virus informiert wird und Helferinnen
und Helfer geschützt werden. Die Angriffe haben Auswirkungen auf die
körperliche und mentale Gesundheit der betroffenen Personen und führen
dazu, dass sie ihre Arbeit nicht oder nur eingeschränkt durchführen können –
und das oft in ohnehin überlasteten Gesundheitssystemen“, sagt Hasselfeldt.
Dies gelte nicht nur in Bezug auf die Corona-Pandemie, sondern auf die Arbeit
humanitärer Helferinnen und Helfer allgemein, die immer wieder durch
gezielte Angriffe, etwa auf Gesundheitseinrichtungen in Konfliktregionen,
verletzt oder getötet werden – ein Verstoß gegen das Humanitäre Völkerrecht.

Weitere Informationen:

Der Thematik Gewalt gegen Retter widmete sich der DRK-Regionalverband Magdeburg-Jerichower Land e. V. schon einmal im Dezember 2019.

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