Regionalverband
Magdeburg-Jerichower Land e.V.


 

Magdeburg | Goldene Zahlen schweben im Raum. Gehalten von schweren Gewichten. Es sind drei Zahlen, die anzeigen, wie alt der heutige Ehrengast wird. Eins. Null. Eins.

Schon bevor das Geburtstagskind den Saal im DRK-Seniorenwohnheim Magdeburg betritt, sind Einrichtungsleiter Dennis Wagener und die DRK-Geschäftsstellenleiterin Magdeburg, Britta Goehring nervös. Immerhin hatte sich auch die Presse und die Magdeburger Oberbürgermeisterin Simone Borris angekündigt. Die Presse war pünktlich. Sowohl die Tageszeitung als auch das Magdeburger Regionalfernsehen sind vor Ort, als Helga Bauer von ihrer Tochter in den Saal geschoben wird. Eigentlich möchte die rüstige 101-Jährige das nicht, doch sie ist leicht beeinträchtigt. Einige Tage zuvor hatte sie sich ihren rechten Arm gebrochen. Das hält sie aber nicht vom Lachen ab. An ihrem Platz angekommen freut sie sich über die große Kaffeetafel, die von den Pflegekräften eigens hergerichtet wurde. Nur eines, das hätte sie sich zu ihrem 101. gewünscht, die Flippers. Und tatsächlich sah es so aus, als würde dieser Wunsch Wirklichkeit werden. Eine Zusage gab es, sie musste aus gesundheitlichen Gründen allerdings kurzfristig zurückgezogen werden. Für Helga Bauer aber kein Grund, ihr Lachen aufzugeben. Die Flippers spielten eben elektronisch auf.

Als Doris Borris ihr einen Blumenstrauß und zwei Urkunden, eine von der Landeshauptstadt und eines des Ministerpräsidenten Reiner Haseloff überreicht, freut sich Helga Bauer und bitte auch gleich Platz zu nehmen. Zuvor aber fehlt noch das obligatorische Pressefoto. Dann wird eingeschenkt. „Natürlich trinke ich einen Sekt“, meint Helga Bauer, als sie gefragt wird und dann beginnt sie zu erzählen. Wer 101 Jahre erlebt hat, der hat für viele von heute Geschichte erlebt und von der kann sie lebhaft berichten. Von der Zeit des Krieges ebenso wie von der DDR und alle, was danach kam. Helga Bauer ist ein lebendes Geschichtsbuch mit Anekdoten, die in keinem Unterricht und keinem gedruckten Wert zu finden sind. Alle am Tisch lauschen den Ausführungen einer Zeitzeugin. Zwischendurch nippt sie an ihrer Kaffeetasse und dann sind sie wieder da, dieses Lächeln und diese Lebensfreude, die sie nie abgelegt hat, wie ihre Tochter Hannelore berichtet. Schon zu ihrem 100. Geburtstag hatte sie ihre Lebensgeschichte erzählt. Ein Jahr später beschränkt sie sich nicht darauf, noch fehlende Kapitel zu ergänzen. Und irgendwie fehlte dann noch einer in der Reihe der Gratulanten. Gustav Adolf „Täve“ Schur. Er war zu ihrem 100. Geburtstag persönlich zum Gratulieren erschienen. In diesem Jahr war er terminlich verhindert, hat aber versprochen, im Nächsten wieder zu kommen.

    

Auch auf dieser Seite werden Cookies verwendet. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um die Seite zu optimieren. Damit die Webseite wie gewünscht funktioniert, stimmen Sie bitte der Verwendung durch Cookies zu, indem Sie auf Akzeptieren klicken. Solange Sie nicht auf Akzeptieren geklickt haben, wird kein Cookie gesetzt.