Regionalverband
Magdeburg-Jerichower Land e.V.


 

Möser | Langsam bewegt sich der Zipper nach oben. Verschlafen schaut ein Gesicht aus dem Zelt. Ihm schallt ein freundliches „Guten Morgen“ entgegen. „Morgen“ kommt leise zurück. Die erste Nacht auf dem Campingplatz am Allersee bei Wolfsburg ist vorbei. Der Tag und die Campingwoche haben begonnen. Viel ist geplant und viel gibt es zu entdecken. Nicht nur, wie warm das Wasser im See tatsächlich ist. Auch die Waschräume sind nicht gleich für jeden zu finden.

Anders als die Autostadt. Wo einst die Schornsteine qualmten, ragt heute ein Turm in den Himmel, in dem hochglanzpolierte Lieblinge auf vier Rädern auf ihre neuen Besitzer warten. Glänzend sind auch die Augen der Jugendlichen, als sie durch die Autoausstellung schlendern. Oldtimer, Youngtimer und ganz besondere Fahrzeuge mit Geschichte gibt es hier zu entdecken. „Einfach großartig“, meint einer der Jugendlichen und wischt sanft über den Lack eines der Karossen. Erlaubt ist das nicht, aber die Versuchung ist zu groß.

Vom Traum in die reale Welt ist es nur ein Schritt. Der ökologische Fußabdruck war bei den Jugendlichen noch nicht so ausgeprägt wie bei ihren Betreuern. Doch das Wachstum war für alle deutlich erkennbar. „Wir leben tatsächlich auf großem Fuße, auch wenn die Schuhgröße etwas anderes vermuten lässt“, heißt es da beinahe philosophisch. Wer Auto fährt, braucht eine eigene Welt. So viel haben alle verstanden. Verstanden wurde auch, dass unser Lebensstandard viele Ressourcen braucht. Ein Grund für viele Gespräche und Fantastereien noch bis in den Abend hinein.

Fantastisch wurde es auch auf der Wanderung um den Allersee. Nicht wegen der unterschiedlichen Flora und Fauna. Der dort angelegte Planetenweg sorgte für so manches Erstaunen. Ein paar Kilometer zu Fuß sind eben kein Vergleich zu den Millionen von Kilometern die die Planeten unseres Sonnensystems voneinander trennen. Allgemeinbildung mal anders, spannend und mit Schatzsucheratmosphäre. Geocaching als neue Möglichkeit, die Welt hinter dem Bildschirm kennenzulernen, kam an. Dank Smartphone und Entdeckergeist waren Strecken zurückgelegt und Verstecke gefunden. Auf Spurensuche in einer längst vergangenen Zeit ging es auch auf anderem Gebiet. Eingetaucht in das Mittelalter, bewegt vom Leben damals, gezählt die Stufen im Schloss Wolfsburg und aufgetaucht im hier und jetzt, im Allersee. So ging die Woche vorüber, nicht aber der Ferienspaß.

Sich treiben lassen, den Fluss entlang, das war Aufgabe und Ziel beim alljährlichen Rafting auf der Elbe. 16 Kilometer, von Niegripp bis hinter Parchau ging die Tour der 35 Teilnehmer. Da wurde gerudert, gesungen und ab und an auch mal geschwommen. Bei aller Bewegung im und auf dem Wasser wurde die Verpflegung nicht vergessen und auch dabei zeigte sich: So eine Rast am Elbufer ist immer für eine Entdeckungstour gut. Was wurde nicht alles gesehen und gefunden. Fische, Krabben und nicht selten auch neue Kleidung in den eigenen Rucksäcken, wenn die erste Garnitur durch die Wasserschlachten nass geworden war. Als die Sonne unterging, einen orangen Schleier in den Himmel male, da war die Erschöpfung allen anzusehen, das Lachen aber blieb, selbst dann noch, wenn wortwörtlich ein Dorn im Fuße steckte. Denn eines konnten sie alle. Erste-Hilfe. Die war Teil des Ferienprogramms und eine gute Gelegenheit, den Erste-Hilfe-Schein für die Fahrschule zu machen.

Endorphine brauchen keine Stimulanzien. Sie brauchen Freude, Freunde und Erlebnisse, um ein Wohlfühlgefühl zu erzeugen, das in den erlebnisreichen Tagen während der zwei Ferienwochen deutlich und noch einmal beim Suchtpräventionstag erläutert. Zu dem kamen neben den Regionalbereichsbeamten (RBBs) in der Gemeinde Möser auch der DRK-Landesverband mit seinem Body-Grips-Mobil und die Suchtpräventionskraft des DRK-Regionalverbandes Magdeburg-Jerichower Land e. V. Für die Kinder und Jugendlichen ging es darum zu verstehen, dass Drogen, gleich welcher Art, immer zu Einschränkungen führen. Geistig und körperlich. Die Lektion des Tages: Es braucht keinen Alkohol, um gute Cocktails zu mixen.

Verstanden und umgesetzt wurde dies während der Ferienabschlussfeier, die bis tief in die Nacht ging und am nächsten Morgen jene müden Gesichter zum Vorschein brachte, die schon am ersten Ferientag am Allersee aus ihren Zelten schauten.

 

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