Regionalverband
Magdeburg-Jerichower Land e.V.


 

Haben Sie schon mal nach ihrem eigenen Namen gegoogelt oder im Facebook gesucht, wie viele Menschen es gibt, die den gleichen Namen für ihr Profil verwenden? Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie oft es schon zu Verwechslungen gekommen ist, weil sie zufällig den gleichen Namen tragen, wie der Hundezüchter aus Buxtehude? Nein? Die Kinder, Jugendlichen und jungen Heranwachsenden im Jugendclub „Blue“ Schermen auch nicht. Darum war es Zeit für ein Experiment. Ein Experiment, dass nicht allein auf dem eigenen Namen beruhte und für die verschiedenen Altersstufen angepasst wurde, Geklärt werden sollte, wie das ist mit den Informationen in den Sozialen Medien und wie viel Wahrheitsgehalt hinter den geteilten und gelikten Inhalten steckt.
Es war ein Prozess, mit dem verschiedene Enddeckungen einhergingen. So erfuhren die Kinder und Jugendlichen, dass über Markus Müller (Name geändert) 174.000.000 Einträge im Google existieren. Nun ist der 17-jährige Markus Müller im Jugendclub schwerlich mit den Ärzten Markus Müller aus Berlin und Nürnberg zu verwechseln, aber bei dem Nachwuchssport Markus Müller könnte es schon schwieriger werden, das erkannte auch unser Markus Müller auf der Couch im Jugendclub. Damit war bereits eine wichtige Erkenntnis gewonnen: Jede Information sollte auf Plausibilität überprüft werden. Die Zeit dafür nehmen sich Jugendliche aber genauso wenig, wie Kinder und Heranwachsende, dass zeigte das weitere Experiment. Ein schnelles Scrollen im Kurzvideodienst TikTok, ein Video mit einem Wow-Effekt und der gleichzeitig verbundenen Annahme, es handle sich um etwas Reales gab Anlass zu hinterfragen. Ist jeder Magier ein echter Zauberer und können gebrochene Smartphonedisplays wirklich mit Zahnpasta repariert werden? Wohl nicht! Die Skeptiker und Enthusiasten hielten sich hier allerdings noch die Waage. Schließlich konnten es alle auf dem Bildschirm mitverfolgen, wie das Display wie von Zauberhand seinen Riss verlor. Doch nicht alles was wir sehen ist Real, auch, wenn wir es evolutionsbedingt noch immer allzu schnell und viel zu oft annehmen, haben Künstliche Intelligenzen es bereits geschafft, uns ein X vor ein U zu machen. Auch in Bezug auf aktuelle Ereignisse, die die Empathie eines jeden Ansprechen. Wie die Feuerkatastrophe in Australien. Und hier hörten einige Jugendliche die Filterblase zum ersten Mal platzen. Brachte doch eine Google-Bildanalyse zum Vorschein, dass einige der geteilten Bilder schon aus vergangenen Jahren stammten und nun mit der aktuellen Situation verknüpft wurden. Die eigene Realität verzerren, für ein wenig Aufmerksamkeit, für die Veränderung von Meinungen zu einem Umstand oder einem Ereignis, das ist die Gefahr, die der Nutzer von modernen und digitalen Medien ausgesetzt ist. Damit einher geht auch die Möglichkeit sich von Meinungen beeinflussen zu lassen, die Gefühle erzeugen, die ohne diese Meinung nicht vorhanden wären. Extremes zieht an, auch Kinder und vor allem Jugendliche, die sich ohnehin in einer Findungsphase befinden. Die mit ihrer jugendlichen Energie ein passendes Weltbild finden oder für sich formen wollen. Hier gilt es die eigene Filterblase zu verlassen, die vorhandenen Informationen auf Glaubwürdigkeit hin zu überprüfen und dann neu zu entscheiden. So war das Beispiel von den aufsteigenden Himmelslaternen der Dschungelcamp-Bewohnern eines, dass zunächst beim Lesen der Nachricht für Empörung sorgte. Bei genauerer Analyse des „Welt-Beitrages“, konnten die Kindern und Jugendlichen aber deutlich aufgezeigt werden, dass es sich nicht um eine ernstzunehmende Nachricht der Zeitung handelt, sondern schlicht im Satire. Die Verblüffung war groß, als die am Experiment beteiligten auf genau diesen Umstand hingewiesen wurden. So wurde das Satireformat nicht nur in der Adresszeile des Originalartikels benannt, sondern die Internetseite, auf der dieser vermeidliche empörende Artikel veröffentlich wurde, trug den Titel „Satiremagazin.“ Für die teilnehmenden Kinder, Jugendlichen und jungen Heranwachsenden war das Experiment auf jedenfalls eines: Ein Achtungszeichen! Ein Achtungszeichen dafür, die Informationsflut der sie täglich ausgesetzt sich für sich selbst nach Wichtigkeit und Richtigkeit zu sortieren, um keiner falschen Meinungsmache und Populismus aufzusitzen.

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