Regionalverband
Magdeburg-Jerichower Land e.V.


 

Das zeitgeschichtliche Forum in Leipzig war Ziel eines Ausfluges der DRK-Jugendclubs in der Gemeinde Möser. Als Teil des Herbstferienprogramms sollten die verschiedenen Sichtweisen auf Luxus und Freiheit mit den Kindern und Jugendlichen, in den von zeitgeschichtlichen Forum angebotenen Ausstellungen, besprochen werden. Die Teilnehmer hatten anschließend Gelegenheit, eigenständig, die Innenstadt Leipzig und vor allem deren Geschäfte zu erkunden.

Zuvor galt es auf der Hinfahrt die Wertigkeiten von Geld und Luxus mit den acht Mädchen und drei Jungen zu besprechen. Dafür erhielten die Kinder und Jugendlichen jeweils ein Fragekatalog auf denen unter anderem abgefragt wurde: „Braucht es Geld für Luxus? „Bedeutet Luxus teure Dinge zu besitzen?“ oder „Was ist für Dich Luxus?“.

Die Antworten darauf sollten am Ende des Tages Möglichkeit zur Selbstreflexion und zu Vergleichen mit den, in den Ausstellungen erfahrenen, geben. Aus diesem Grunde gab es noch einmal einen Fragenkatalog, der auf einen veränderten Blickwinkel zu den Themen Luxus, Geld und Freiheit, abzielte. So wurde gefragte: „Waren all die gesehenen Dinge für Dich Luxusgüter“, „Überall alles kaufen zu können, ist das Luxus?, „Können Frieden, Gesundheit und genug zu Essen zu haben, auch Luxus sein?“ Anschließend stand wieder die schon auf der Hinfahrt gestellte Frage: „Was ist für Dich Luxus?“ Die Antworten überraschten.

Bevor es zu einer gemeinsamen Auswertung kam, hatten die Kinder und Jugendlichen in den sieben Themenbereichen der Ausstellung „Purer Luxus“ Gelegenheit ihre bisher vorhandenen Meinungen zu hinterfragen. Hierbei kam es dazu, dass der Lebensentwurf Kommerz bei einigen grundlegend hinterfragt wurde. Auch deshalb, weil der Verzicht auf Luxus und Konsum in der Ausstellung ebenfalls Eingang gefunden hat. Das Unerreichbare schien damit nicht mehr so erstrebenswert, andere Dinge rückten damit in den Fokus. Stand doch gleichzeitig die vom zeitgeschichtlichen Forum aufgestellte Frage: „37,1 Millionen Euro gewonnen! As würden Sie tun?“, im Raum.

Die Antworten wurden in einem kleinen Forum, inmitten der Ausstellung mit den Kindern und Jugendlichen diskutiert. Überraschend dabei war sicherlich, dass alle Teilnehmer einen Teil der Gewinnsumme wohltätigen Zwecken gespendet hätten, ehe eigene Wünsche, wie die nach einer Villa oder einem teuren Auto genannt wurden. Der eigene Traum vom Luxus wurde dabei also stark in den Hintergrund gerückt. Jonas Krieger (11) beendete den Satz: „Zu viel Luxus ist…“ mit „..wenn man mehr Geld hat, als eine vierköpfige Familie in zwei Jahren ausgibt.“

Der eigene Traum vom Luxus wurde in der Folgeausstellung „Unsere Geschichte – Diktatur und Demokratie nach 1945“ noch einmal hinterfragt. 2000 Ausstellungsobjekte gab einen Einblick in eine Zeit, in der Opposition, Widerstand und friedliche Revolution in vielfältigen Blickwinkeln auf die Kinder und Jugendlichen wirken konnten. Und obwohl alle Kinder und Jugendlichen weit nach der deutsch-deutschen Wende geboren wurden, war die Deutschen Demokratischen Republik (DDR) im Bewusstsein aller verankert. Für sie war die DDR auch heute noch ein Thema, vor allem, als sie noch heute vorhandenen Marken aus ehemaliger DDR-Produktion entdeckten, öffnete sich für die jungen Teilnehmer das Thema. Die Diktatur in der DDR wurde verständlich und damit auch die Erkenntnis, dass in Diktaturen eine individuelle Freiheit nicht existiert. Eine Sache, die als Grundvoraussetzung und nicht als Luxus empfunden wurde. So schloss sich mit dem Besuch der Nikolaikirche, die 1989 Ausgangsort einer friedlichen Revolution war, ein Kreis, der sich im festigte und Grundlage für weitere Gespräche in den Jugendeinrichtungen sein wird.

Auch auf dieser Seite werden Cookies verwendet. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um die Seite zu optimieren. Damit die Webseite wie gewünscht funktioniert, stimmen Sie bitte der Verwendung durch Cookies zu, indem Sie auf Akzeptieren klicken. Solange Sie nicht auf Akzeptieren geklickt haben, wird kein Cookie gesetzt.
Datenschutzerklärung Akzeptieren Ablehnen