Regionalverband
Magdeburg-Jerichower Land e.V.


 

Was tun, wenn nichts mehr da ist, was die Haut bedeckt? Einkaufen würde die meisten jetzt antworten. Für viele Menschen ist dies allerdings keine Option. Ihnen fehlen die finanziellen Mittel, um sich in den großen Textilketten oder regionalen Einzelhandelsgeschäften etwas Modisches und für sie Passendes zu kaufen. Sie sind auf Hilfe angewiesen. Diese Hilfe gewähren ihnen Mitmenschen, die ihre nicht mehr benötigten Textilien nicht einfach wegwerfen, sondern dem DRK-Regionalverband Magdeburg-Jerichower Land e. V. für dessen Kleiderkammern spenden. So erhalten gute und brauchbare Kleidungsstücke ein zweites Leben in neuen Kleiderschränken. Damit leisten die Spender und die Kleiderkammern nicht nur einen sozialen Dienst, sondern auch gleich noch Rohstoffschutz. „Wir versuchen alle Kleiderspenden zu 100 Prozent zu verwerten“, erklärt Eileen Heinze, die beim DRK-Regionalverband, im Jerichower Land, für die Kleidercontainer und Kleiderkammern zuständig ist. 49 Kleidercontainer haben die Helfer vom Roten Kreuz im Jerichower Land aufgestellt, um Kleiderspenden zu sammeln. „Einmal in der Woche entleeren wir die Container, sammeln ein, was uns die Bürger als Spende und Verteilen zur Verfügung gestellt haben“, erzählt Regionalverbandsvorstand Andy Martius und fügt an: „Leider kommt es aber immer häufiger dazu, dass wir große Teile der Kleiderspenden gar nicht oder nur noch in Teilen verwenden können, weil wir illegal entsorgten Restmüll in den Containern vorfinden.“ Eine Unart, die sich im Besonderen im Jerichower Land verstärkt hat. „Durch starke Verunreinigungen und Befall mit Schimmelpilzen, können wir ganze Kleiderspenden deshalb nicht mehr verarbeiten“, gibt Heinze zu verstehen. Damit verbunden ist auch ein erhöhter Aufwand bei der Entsorgung, denn der illegal entsorgte Restmüll und die wertlos gewordenen Kleiderspenden müssen fachgerecht und teuer entsorgt werden. Die Mitarbeiter in den Kleiderkammern, die mit Herz die Kleiderspenden sortieren, waschen, bügeln, auslegen und auch so manches Mal bei der Typberatung helfen, haben deshalb kein Verständnis für die Praxis der illegalen Entsorgung von Restmüll in den Kleidercontainer. „12 Kubikmeter illegaler Restmüll und wertlos gewordene Kleiderspenden waren es im vergangenen Jahr. In diesem Jahr rechnen wir mit einer noch größeren Menge“, meint Martius. Warum das so ist, darüber können er und seine Kollegen nur spekulieren. Sicher ist für die insgesamt 30 Mitarbeiter, die in den Kleiderkammern arbeiten, aber eines: „Mit der Zunahme an Restmüll in den Kleidercontainern sinkt die Menge an Kleiderspenden und damit auch die Möglichkeit zu helfen.“ Von Seiten des Regionalvorstandes heißt es abschließend: „Unsere Kleidercontainer sind nicht nur rot, sondern auch deutlich mit dem Logo des DRK, dem roten Kreuz, gekennzeichnet. Eine Verwechslung mit einer Restmülltonne ist also unmöglich.“ In Königsborn stand nun die wöchentliche Entleerung des Kleidercontainers an. Für Christian Schilles (30) und Michael Rau (53) einmal mehr ein Grund die Nase rümpfen. „Zurzeit finden wir häufig Essensreste und Restmüll in den Containern“, erklärt Rau, bevor er den Container öffnet. Sein Kollege Schilles ergänze: „Hier in Königsborn ist es aber am schlimmsten.“ „Das ist eklig und belastend“, so die beiden. Warum immer mehr Restmüll in den Kleidercontainern landet können die beiden nicht beantworten. Aber wie zur Bestätigung finden sie auch heute zwischen der Kleidung eine Tüte mit Brötchen, Restmüll und Maden. „Kein schöner Anblick und bei den Temperaturen riecht es auch noch übel“, meinen sie.

Bildquellen: DRK RV MD-JL, Christian Luckau

Auf allen DRK-Kleidercontainern ist angegeben, welche Art Textilien gesammelt werden.Michael Rau (links) und Christian Schilles (rechts) entnehmen vorsichtig die Kleidung aus dem Kleidercontainer des DRK-Regionalverbandes.

Michael Rau verweist auf eine Made auf einer Fußmatte.Christian Schilles hat beim Sortieren schnell die ersten Lebensmittel entdeckt. Eine Tüte mit Brötchen. Dabei gehören die nicht in einen Kleidercontainer.

 

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