Regionalverband
Magdeburg-Jerichower Land e.V.


 

Burg | Die Maskenpflicht, nun ist sie da. Für 2,2 Millionen Sachsen-Anhalter und Millionen anderer Deutscher. Mit ihr verstärkt sich ein Phänomen, das viele Hilf-, Rettungs- und Pflegeorganisationen bereits kennen und zu spüren bekommen habe. Medizinische Masken sind kaum mehr zu erhalten oder erschwinglich. Die Alternative: Behelfsmasken.
Aber auch die müssen produziert werden und dafür braucht es ganz besondere Materialien. Materialien, die noch vor einem viertel Jahr in den Nähkästchen dieser Republik auf ihren großen Einsatz warteten. Jetzt ist ihre Stunde gekommen und während die Nähmaschinen im Land Naht für Naht rattern, werden die Lücken in den Regalen immer größer und die Lieferzeiten länger. Es zieht sich durch das Land, die Suche nach dem Gummiband. 
Gummiband? Ja, Sie lesen richtig. Gummiband. Bevorzugt fünf Millimeter breit, alles darüber wird schon mal längst halbiert! Meter machen nennen das die fleißigen an den Nähmaschinen, die für sich, die Familie, die Nachbarn oder Rettungsorganisationen Falten bügeln und Ränder versäumen.  Die Jagd nach den letzten Reserven hat begonnen. Das, was Oma noch gut aufbewahrt hat, wird nun zum wichtigen Rohstoff. EVP-Verpackt? egal! Hauptsache es ist noch gut! Nach über 1300 selbstgenähten Mund-Nase-Abdeckungen, die der DRK-Regionalverband Magdeburg-Jerichower Land e. V. für seine Mitarbeiter in der Pflege, im Rettungsdienst und in der Verwaltung anfertigen ließ, wird es eng.
Deshalb sind die Mitarbeiter der DRK-Kleiderkammer Burg nun täglich auf der Jagd. Nein nicht im grünen Kittel, schon gar nicht auf dem Hochsitz. Ihre bevorzugte Beute liegt in den Regalen. „Die Lieferzeiten für Gummiband betragen derzeit vier bis sechs Wochen. Geliefert wird fast ausschließlich nur noch aus Fernost“, erzählen die Damen und Herren, die sich in der DRK-Kleiderkammern mit Stoff für die Nähmaschinen und eben Gummiband versorgen.
„Kopfbänder, Bänder schaffen Abhilfe und sind eine Alternative, nur Wäschebänder gibt es kaum mehr und eigene Kopfbänder zu nähen hat so seine Tücken“, wissen die Jäger der neuen Schätze zu berichten. Ohnehin sind Kopfbänder für Pflege- und Rettungspersonal wenig praktikabel. Allein wegen der Tragezeiträume in denen die Masken genutzt werden. Deshalb wird beim DRK-Regionalverband bevorzugt mit Gummiband gearbeitet. Ein Nähzubehör, das in früheren Zeiten höchstens bei gerissenen Hosenbünden zum Einsatz kam, ist nun der neue Goldstaub. „Wer hätte das für möglich gehalten“, fragen sich auch die Mitarbeiter der Kleiderkammer Burg und machen sich wieder auf den Weg die Türklingeln der Geschäfte auszulösen und in den Regalen nach Meterware zu suchen. Farbe: egal! Ob es am Ende eine Jagdtrophäe geben wird, sehen wir, wenn der Virus keinen Wirt mehr findet.

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