Pressemeldungen

Nahost: Hilfe nur noch eingeschränkt möglich - DRK bittet um Spenden für die betroffene Bevölkerung

Berlin, 08. August 2006

Die Kampfhandlungen der letzten Tage haben das Rote Kreuz an der Durchführung vieler Hilfsoperationen außerhalb größerer Städte im Süden Libanons gehindert. Somit konnte das Rote Kreuz den in ihren Dörfern festsitzenden Zivilisten nicht die dringend notwendige Hilfe liefern.


Hilfstätigkeiten durch Kämpfe behindert

Montag traf ein aus Beirut kommender Konvoi mit 950 Hilfspaketen für Familien, 2.250 Matratzen, 360 Zeltplanen, 375 Decken und einem Generator in Marjayoun ein. Der Generator wird für die Wasserpumpen der Stadt benötigt, die seit einem Stromausfall vor einigen Tagen nicht mehr in Betrieb waren.
Dies war der einzige Konvoi, der Städte südlich von Sidon erreicht hat. Zwei geplante Fahrten gemeinsam mit Ambulanzen vom Libanesischen Roten Kreuz zu grenznahen Dörfern südlich von Marjayoun, wo Verwundete dringend auf ihre Evakuierung warten und Leichen eingesammelt werden müssen, konnten aufgrund der Kämpfe nicht durchgeführt werden. Ferner konnten zwei Lieferungen mit Nahrungsmitteln und Brennstoff für medizinische Einrichtungen und Wasserpumpen nicht an ihren Bestimmungsort in der Nähe von Tyrus gebracht werden.

Libanesisches Rotes Kreuz hilft bei Transport von flüssigem Sauerstoff für Krankenhäuser in Sidon.

Das Libanesische Rote Kreuz markierte einen privaten Laster mit dem Emblem vom Roten Kreuz, damit er ohne Probleme von Beirut nach Sidon reisen konnte. Der LKW hatte flüssigen Sauerstoff geladen, der für die Krankenhäuser der Stadt bestimmt war. Das Libanesische Rote Kreuz hatte sich um die Genehmigung zur Durchführung dieser Operation bemüht.
Vom 12. Juli bis zum 7. August haben Mitarbeiter vom Libanesischen Roten Kreuz rund um die Uhr gearbeitet und 717 Verwundete evakuiert, 5.438 medizinische Notfälle transportiert und 240 Tote geborgen.

Schiff nach Sidon umgeleitet


Ein Schiff beladen mit 21.400 Fertigmahlzeiten, 1,5 Tonnen Material für Wasser- und Sanitätsausstattungen und drei Tonnen mit Küchenutensilien und Bettzeug sollte Sonntag aus Zypern kommend in Tyrus eintreffen. Nachdem das Rote Kreuz kein grünes Licht von den Konfliktparteien für diese Operation erhalten hatte, musste es Montag nach Sidon umgeleitet werden.

Aktionen vom Magen David Adom im Norden Israels

Seit dem 12. Juli leistet die israelische Schwestergesellschaft vom Roten Kreuz „Magen David Adom“ (MDA) medizinische Hilfe für Zivilisten, die von den Feindseligkeiten im Norden Israels betroffen sind. MDA Mitarbeiter haben Hunderte Personen behandelt und evakuiert, darunter 105 Schwerverletzte und 82 Tote geborgen, von denen die Hälfte Soldaten waren. Außerdem hat der MDA 6.000 Flüchtlinge, die aus dem Norden Israels in ein Zeltlager in der Nähe von Ashkelon, südlich von Tel Aviv, gebracht wurden, ärztlich behandelt.

Aus Syrien kommende Konvois erreichen Beirut

Die Delegation vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz in Damaskus unterstützt weiterhin die humanitären Tätigkeiten im Libanon, indem sie die Durchfahrt von Hilfskonvois durch Syrien in den Libanon ermöglicht. In den letzten drei Tagen trafen 13 Lastwagen vom Türkischen Roten Halbmond, ein Rotekreuz-Konvoi – der bisher sechste – und ein Geländefahrzeug vom Roten Halbmond von Katar, der Hilfspersonal an Bord hatte, über die nordsyrische Grenzstadt Dabbusiyah im Libanon ein. Aufgrund der beschädigten Straßen war die Reise sehr lang und schwierig, doch alle Konvois erreichten unversehrt Beirut.

Hilfslieferung vom Deutschen Roten Kreuz in Amman angekommen

Der erste LKW vom Deutschen Roten Kreuz ist heute im Zentrallager vom Roten Kreuz in Amman in Jordanien angekommen. Der LKW hatte 20 Tonnen Fertignahrung für Babys und Kleinkinder geladen, die jetzt von Amman aus in die Krisenregionen weiterverteilt werden.

65 Millionen Euro für Hilfeleistungen benötigt

Das Rote Kreuz benötigt 65 Millionen Euro, um weiterhin effektive Hilfe für die Menschen im Nahen Osten leisten zu können. Bisher sind rund 15 Millionen Euro an Spenden und Zuwendungen weltweit für die Hilfeleistungen vom Roten Kreuz eingegangen, es fehlen also noch rund 50 Millionen Euro.

Das DRK bittet um Spenden für die Zivilbevölkerung im Nahostkonflikt.
Deutsches Rotes Kreuz
Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00
Konto: 41 41 41
Stichwort: Nahost